Einzelunternehmen und Personengesellschaften in Österreich

Unterrichtseinheit: 2 | Stundenzahl: 2 Stunden

Gesetzestext

  • Bereich Rechtliche Grundlagen des Unternehmens: für Unternehmerinnen und Unternehmer und für Unternehmen, Einzelunternehmen darstellen.

Eingangsvoraussetzungen

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen.

Ziele

  • Rechtliche Grundlage von Einzelunternehmen.
  • Rechtliche Grundlage von Personengesellschaften.

Thema/Kurzfassung

Unternehmensrecht

Übersicht der Unterrichtseinheit

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Einzelunternehmer

Eine Übersicht über Einzelunternehmer in Verbindung mit der Eintragung in das Firmenbuch findet sich in der ersten Lerneinheit.

Viele Unternehmer beginnen zunächst als Einzelunternehmen, da eine solche Gründung rasch, unbürokratisch und kostengünstig erfolgen kann. Ein Unternehmer leitet das Unternehmen allein, trifft die Entscheidungen und haftet für das Unternehmen mit seinem gesamten Privatvermögen.

Er ist aber nicht notwendigerweise allein:

Er kann Arbeitnehmer beschäftigen, die ihn bei der Arbeit entlasten.

Will der Einzelunternehmer einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen, so benötigt er dafür eine Gewerbeberechtigung (Gewerbeschein). Er muss persönlich die allgemeinen und besonderen Voraussetzungen für die Erlangung der Gewerbeberechtigung erfüllen. Kann er das nicht, so bleibt ihm die Möglichkeit, einen gewerblichen Geschäftsführer zu bestellen. (Quelle: www.gruenderguide.at)

In den meisten Fällen wird nach einigen Jahren, wenn sich das Einzelunternehmen gut entwickelt hat und gewachsen ist, eine andere Rechtsform gewählt: zusätzliche Gesellschafter ermöglichen u.a. mehr Kapital und eine Aufteilung der Arbeit in der Unternehmensleitung. Bei mehreren beteiligten Gesellschaftern spricht man von Personengesellschaften.

Personengesellschaften

Eine Personengesellschaft besteht aus mindestens zwei Unternehmern (GesellschafterInnen bzw. Personen), die sich zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschließen und dafür einen Gesellschaftsvertrag abschließen.

Vorteile:

  • Mehrere Personen bringen Kapital in das Unternehmen ein.
  • Die Verantwortung und das Risiko wird auf mehrere Personen aufgeteilt.
  • Es ist kein Mindestkapital für die Gründung erforderlich.

Nachteile:

  • Haftung der Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen bei der Personengesellschaft.
  • Der Fortbestand einer Personengesellschaft ist meist eng an Gesellschafter geknüpft (Tod oder Ausscheiden kann zur Auflösung führen).
  • Gehälter für Gesellschafter können nicht als Aufwand der Personengesellschaft geltend gemacht werden.

Übersicht von Personengesellschaften in Österreich

Personengesellschaften entstehen, mit Ausnahme der GesBR, erst mit der Eintragung in das Firmenbuch.

Offene Gesellschaft (OG)

  • Alle Gesellschafter haften uneingeschränkt mit ihrem Privatvermögen.
  • Der Firmenname muss den Zusatz "OG" oder "Offene Gesellschaft" enthalten.
  • Das Kapital wird von mehreren gleichberechtigten Gesellschaftern aufgebracht. Gesellschafter einer OG können natürliche und juristische Personen sein.
  • Alle Gesellschafter sind zur Mitarbeit berechtigt und verpflichtet.

Übersicht bei wko.at (04.09.2016).

Kommanditgesellschaft (KG)

  • Mindestens ein Gesellschafter haftet lediglich mit seiner Einlage (= bestimmter, im Firmenbuch eingetragener Betrag, mit dem sich der Gesellschafter am Unternehmen beteiligt) ⇒ dies ist der Kommanditist. Mindestens ein Gesellschafter muß uneingeschränkt mit seinem Privatvermögen haften ⇒ dies ist der Komplementär.
  • Der Firmenname muss den Zusatz "KG" oder "Kommanditgesellschaft" enthalten.
  • Das Kapital wird von Kommanditisten und Komplementären aufgebracht. Gesellschafter einer KG können natürliche und juristische Personen sein.
  • Komplementäre sind zur Mitarbeit berechtigt und verpflichtet. Kommanditisten haben kein Recht auf Mitarbeit und nur beschränktes Kontrollrecht.
  • Die Gesellschaft kann unter ihrer Firma auftreten, Rechte erwerben, Verbindlichkeiten eingehen, klagen und geklagt werden.

Übersicht bei wko.at (04.09.2016).

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesBR)

Die GesbR ist eine Gesellschaft, an der sich zwei oder mehrere natürliche Personen oder Gesellschaften beteiligen, indem sie ihre Arbeitskraft oder Vermögensgegenstände zum gemeinsamen Nutzen einbringen. In der Praxis häufige Anwendungsbereiche sind Arbeitsgemeinschaften (ARGE, zB zur Abwicklung größerer Bauprojekte), Bietergemeinschaften, Joint Ventures.

Die Gesellschaft besitzt keine Rechtspersönlichkeit. Rechtsträger sind alleine die Gesellschafter. Die GesbR kann nicht klagen und geklagt werden und auch nicht ins Grundbuch oder Firmenbuch eingetragen werden.

Übersicht bei wko.at (04.09.2016).

Stille Gesellschaft

  • Der Stille Gesellschafter bildet mit den Inhabern eines Unternehmens (z.B. eine OG) eine eigene Stille Gesellschaft (mit Gesellschaftsvertrag).
  • Der Stille Gesellschafter haftet lediglich mit seiner Einlage (= dieser Betrag ist nicht im Firmenbuch eingetragen, daher der Name dieser Gesellschaftsform).
  • Die Stille Gesellschaft ist nicht im Firmenbuch eingetragen.
  • Beteiligung ohne Verpflichtung möglich.
  • Stille Gesellschafter haben kein Recht auf Mitarbeit, das Kontrollrecht beschränkt sich auf Einsicht in die Bilanz und die Bücher zur Kontrolle des Jahresabschlusses.

Schulbuch

Betriebswirtschaft HAK II (2015), SB-Nr.: 170692 | Manz Verlag Schulbuch

Sozialform

  • Frontalunterricht
  • Gruppenmoderation

Unterrichtstechniken

  • Vortrag
  • Lernen aus Lösungsbeispielen

Materialien

  • Tafelbild (T)
  • Projektor (P)
  • Schulbuch (SB)

Schlagwörter: Aktiengesellschaft | Einzelunternehmung | Erwerbsgesellschaft | Gesellschaft bürgerlichen Rechts | Gesellschaft mit beschränkter Haftung | Kommanditgesellschaft | Offene Gesellschaft | Stille Gesellschaft | Unternehmensrecht