Die Begriffe "Unternehmer" und "Firma" aus rechtlicher Sicht

Unterrichtseinheit: 1 | Stundenzahl: 2-3 Stunden

Gesetzestext

  • Bereich Rechtliche Grundlagen des Unternehmens: für Unternehmerinnen und Unternehmer und für Unternehmen, Einzelunternehmen darstellen.

Eingangsvoraussetzungen

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen.

Ziele

  • Präsentation der Semesterübersicht.
  • Klärung offener Fragen.
  • Grundlagen des Unternehmer-Begriffs.
  • Grundlagen des Firmen-Begriffs.
  • Definition der Buchführungspflicht.

Thema/Kurzfassung

Unternehmensrecht

Übersicht der Unterrichtseinheit

Übersicht der Unterrichtseinheit

Übersicht des Semesters mit Informationsblatt und Kurzpräsentation.

Wichtig ist vor allem die Erklärung der Spielregeln für ein erfolgreiches Absolvieren des Semesters.

Firmenbuch
easel.ly

Begriffsdefinitionen

Bereits in der ersten Lerneinheit soll den SchülerInnen ein Überblick (das ist vielmehr eine Wiederholung aus dem letzten Semester) über die Begriffe "Unternehmer", "Firma" und dazu ergänzend "Buchführungspflicht"gezeigt werden.

Der Begriff des Unternehmers laut §1 UGB (Unternehmensgesetzbuch)

(1) Unternehmer ist, wer ein Unternehmen betreibt.

(2) Ein Unternehmen ist jede auf Dauer angelegte Organisation selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit, mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein.

[...]

Seit der Unternehmer-Begriff vereinheitlicht wurde (Ersetzung des "HGB" durch das "UGB"), gilt die oben angegebene Definition.

  • Auf die Gewinnerzielungsabsicht kommt es nicht an! Das heißt, das Unternehmen muss nicht primär zur Erzielung eines Gewinnes gegründet werden (in diesen Bereich fallen s.g. Non-Profit Organisationen, weitere Informationen siehe hier).
  • Angehörige der freien Berufe (Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater, Arzt …) sind normalerweise keine Unternehmer.
    Exkurs - Freie Berufe:
    Freie Berufe sind in Österreich Berufe im öffentlichen Interesse, die nicht von der Gewerbeordnung erfasst werden, sondern in Spezialgesetzen geregelt sind und über ein eigenes Berufsrecht verfügen.
  • Der neue Unternehmerbegriff ist größenunabhängig. Man unterscheidet damit also nicht mehr zwischen großen und kleinen Unternehmern. Der Begriff des Unternehmers umfasst auch den Kleinunternehmer, sodass sich jeder Unternehmer in das Firmenbuch eintragen lassen kann.
Der Begriff der Firma laut §17 UGB (Unternehmensgesetzbuch)

(1) Die Firma ist der in das Firmenbuch eingetragene Name eines Unternehmers, unter dem er seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.

[...]

Das Firmenbuch ist ein von den Landesgerichten (in Wien vom Handelsgericht Wien, in Graz vom Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz) geführtes öffentliches Verzeichnis.

Es dient der Verzeichnung und Offenlegung von Tatsachen, die nach den unternehmensrechtlichen Vorschriften einzutragen sind.

Jeder kann eine Firmenbuchabfrage durchführen. Seit 1999 ist die Firmenbuchabfrage im Internet möglich. Die Abfrage des Firmenbuches ist kostenpflichtig.

Zentrale Fragen rund um das Firmenbuch

  • Wer DARF eingetragen werden?
    Grundsätzlich darf sich JEDER Unternehmer in das Firmenbuch eintragen lassen (gilt auch für Landwirte oder Vertreter von freien Berufen).
  • Wer MUSS eingetragen werden?
    → Einzelunternehmer, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren MEHR als € 700.000,-- Umsatz oder in einem Jahr MEHR als € 1-000.000,-- Umsatz haben.
    → Unternehmen, die von MEHREREN Unternehmern betrieben werden (z.B. Personen- und Kapitalgesellschaften).
  • Zulässige Firmenbezeichnungen
    Der Unternehmer kann seine Firmenbezeichnung frei wählen, die Bezeichnung muss jedoch einen Hinweis auf die Rechtsform enthalten. Der Name darf auch nicht irreführen oder bereits vergeben bzw. geschützt sein.
    Das Firmenbuchgericht überprüft jeden Firmenbucheintrag auf Zulässigkeit.

Im Firmenbuch werden folgende Rechtsträger (Unternehmer) eingetragen

  • Einzelunternehmen
  • offene Gesellschaften
  • Kommanditgesellschaften
  • Aktiengesellschaften
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung
  • Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften
  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
  • Sparkassen
  • Privatstiftungen
  • Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigungen
  • Europäische Gesellschaften (SE)
  • Europäische Genossenschaften (SCE)
  • sonstige Rechtsträger, deren Eintragung gesetzlich vorgesehen ist.

Jedem Rechtsträger wird im Firmenbuch eine Nummer, die Firmenbuchnummer, zugewiesen. Diese besteht aus Ziffern und einem Prüfbuchstaben.

Zum Üben kann das ACT-Firmenbuch der österreichischen Übungsfirmen herangezogen werden: Link.

Durcharbeiten der Buchbeispiele zum Üben.

Schulbuch

Betriebswirtschaft HAK II (2015), SB-Nr.: 170692 | Manz Verlag Schulbuch

Sozialform

  • Frontalunterricht
  • Gruppenmoderation

Unterrichtstechniken

  • Vortrag
  • Lernen aus Lösungsbeispielen

Materialien

  • Tafelbild (T)
  • Projektor (P)
  • Arbeits- bzw. Informationsblätter (AB, IB)

Schlagwörter: Buchführungspflicht | Firma | Firmenbuch | Unternehmensrecht | Unternehmer