Wirtschaftskreislauf

Unterrichtseinheit: 2 | Stundenzahl: 3-4 Stunden

Gesetzestext

  • Bereich Wirtschaft und Gesellschaft: unternehmerische, ökonomische, ökologische und soziale Wechselwirkungen darstellen,
  • Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven (Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer, Unternehmerin und Unternehmer, Konsumentin und Konsument) bewerten.

Eingangsvoraussetzungen

  • Basiswissen über wirtschaftliche Vorgänge

Ziele

  • Beschreibung des Einfachen und Erweiterten Wirtschaftskreislaufs
  • Erklärung des ökonomischen Prinzips
  • Arbeitsteilige Marktversorgung

Thema/Kurzfassung

Beschreibung von wirtschaftlichen Zusammenhängen anhand des Einfachen und Erweiterten Wirtschaftskreislaufs.

Übersicht der Unterrichtseinheit

Bedürfnisse

Alle Menschen haben Bedürfnisse. Berdürfnisse entstehen durch einen Mangel an bestimmten Komponenten in der Umwelt der jeweiligen Person. Ein Mangel wird nachteilig empfunden.

Z.B. das Bedürfnis zu Essen, das Bedürfnis auf die Toilette zu gehen oder das Bedürfnis in Sicherheit zu leben.

Die Wirtschaft versucht, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Sie bietet ein bestimmtes Angebot an

Die Nachfrage

Die Nachfrage stellt die Gesamtheit der in einem bestimmten Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt nachgefragten Produkte dar.

Dies bedeutet, das die Menschen in einem bestimmten Markt (z.B. Österreich) Bedürfnisse haben, diese Bedürfnisse wollen sie befriedigen. Das geht aber nur, solange man genügend Geld dafür übrig hat. Als Nachfrage werden daher jene Bedürfnisse definiert, die von den Menschen marktwirksam befriedigt werden. D.h. die Menschen geben für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse Geld (Einkommen) aus.

Nachfrage = mit Geld definierte Bedürfnisse!

Die Nachfrage wird von den Preisen und vom Einkommen der Menschen beeinflußt:

  • Je höher das Einkommen ist, desto mehr wird nachgefragt (man kann sich mehr leisten).
  • Je höher der Preis eines Produktes ist, desto geringer ist die nachgefragte Menge (man kann sich nicht mehr so viel leisten).

Das Angebot

Unternehmen bieten Güter und Dienstleistungen am Markt an, man spricht dabei von Angebot. Das Angebot der Unternehmen richtet sich nach der Nachfrage, denn sonst würden die Anbieter nichts verdienen. Die Unternehmen bieten nur das an, was auch von den Menschen nachgefragt also gekauft wird.

Der Konsum

Überall und zu allen Zeiten haben Menschen gearbeitet, ihre Nahrung gesammelt oder produziert, miteinander gehandelt und kooperiert. Sie mussten mit dem Vorhandenen so klug wie möglich auskommen – d. h. „wirtschaften“ – um dadurch ihren Lebensstandard zu sichern und zu verbessern.

Die Art des Wirtschaftens hat sich über die Jahrhunderte hinweg sehr verändert. Heute sind Gemeinschaften und Gesellschaften ohne Wirtschaft kaum mehr denkbar.

Vieles – und so auch die Wirtschaft – ist einfacher zu verstehen, wenn man die Zusammenhänge zum eigenen Lebensalltag herstellt. Jeder von uns hat täglich mit der Wirtschaft zu tun. Bereits Kinder erhalten eigenes Taschengeld und können so an der häufigsten Form des Wirtschaftslebens teilnehmen, am Konsum.
Wenn sich die Kinder mit ihrem Taschengeld z.B. beim Bäcker eine Jause zum Essen kaufen, dann spricht man hierbei von "Konsum".

Konsum (kommt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „verbrauchen“): Darunter versteht man den Verbrauch von Gütern.
Der Mensch hat ein Bedürfnis und kauft dazu mit seinem Einkommen ein angebotenes Gut.
Volkswirtschaftlich versteht man darunter den Kauf von Gütern durch Konsumenten (= Haushalte, z.B. Familien). Betriebswirtschaftlich definiert der Konsum das Output von Gütern.

Das ökonomische Prinzip

Ziel des Wirtschaftens ist es, Güter und Dienstleistungen bereit zu stellen, um die Bedürfnisse der Kunden befriedigen zu können.

Die Welt bietet viele Möglichkeiten, was man alles tun oder kaufen könnte. Da die Menschen aber nicht unbegrenzt Zeit und Geld zur Verfügung haben (in der Wirtschaft wird von knappen Mitteln oder Ressourcen gesprochen), können sie nicht alles besitzen oder machen, was sie interessiert. Sie können ihre Nachfrage nicht unendlich befriedigen. Daher müssen die Menschen zwischen Alternativen wählen, entscheiden und mit ihren Ressourcen haushalten.

Wenn du z.B. nicht mehr als 5 Euro zur Verfügung hast, um einen schönen Nachmittag zu verbringen, dann mußt du entscheiden, für was du diese 5 Euro ausgeben möchtest (z.B. kannst du damit ein Eis kaufen, ins Bad schwimmen gehen, einen Kaffe trinken oder eine Pizza bestellen), alle deine Wünsche wirst du dir damit aber nicht erfüllen können. Du musst eine Auswahl treffen.

In diesem Zusammenhang wird vom ökonomischen Prinzip gesprochen. Hierbei nimmt man an, dass Menschen immer das beste von ihren Entscheidungen erhalten wollen. Aufgrund der Knappheit der Güter (Güter sind nicht in unendllicher Menge vorhanden) versuchen die Menschen so zu entscheiden, das mit den eingesetzten Mitteln das für sie beste Ergebnis erreicht werden kann.

Das ökonomischen Prinzip kommt in zwei Ausprägungen vor:

  • Minimalprinzip: Mit dem geringstmöglichen Aufwand ein bestimmtes Ziel erreichen.
    Beispiel: Christoph möchte eine digitale Kamera (in einer bestimmten Qualitätsstufe) möglichst preisgünstig kaufen.
  • Maximalprinzip: Mit einem bestimmten Aufwand ein möglichst hohes Ziel erreichen.
    Beispiel: Nina hat € 400,00 für den Kauf einer digitalen Kamera. Sie analysiert den Markt mit Hilfe von Testberichten und kauft das leistungsstärkste Produkt in dieser Preisklasse.

Märkte und Arbeitsteilung

Warum handeln Menschen miteinander?

⇒ Weil der einzelne Mensch kaum dazu in der Lage ist, alle seine Bedürfnisse selbst zu befriedigen.
Möchte man z.B. ein Wurstbrot essen, wird man dazu kaum jagen gehen, das Fleisch selbst zubereiten, Getreide anbauen, Mehl prodzieren, um daraus dann ein Brot zu backen. Nein! Man nimmt dazu sein verdientes Geld (Einkommen; Lohn für Arbeit), geht in das nächste Lebensmittelgeschäft und kauft dort ein Wurstbrot.

Menschen haben Bedürfnisse, die sie befriedigen möchten. Dazu werden vor allem Güter und Dienstleistungen gekauft.

Güter und Dienstleistungen werden auf Märkten gehandelt.

Ihr alle kennt sicher Wochenmärkte, auf denen man von Bauern Gemüse und Obst kaufen kann. Es gibt aber noch viele weitere Märkte, die sich jeweils auf den Handel mit bestimmten Gütern spezialisieren, z. B. Fischmärkte, Flohmärkte, Musikmärkte, Aktienmärkte...

Um alle Produkte, die wir gerne hätten, zu bekommen, greifen wir auf das Angebot anderer zurück und tauschen dabei gegen Geld, in dem wir den verlangten Preis bezahlen.

Unsere Wirtschaft funktioniert über eine sogenannte arbeitsteilige Marktversorgung: Jeder arbeitet im Rahmen seiner Möglichkeiten an diesem Austausch mit. Während die Menschen in der Vergangenheit in der Regel nur für sich bzw. die Familie Güter produzierten und arbeiteten, herrscht heutzutage eine sogenannte Arbeitsteilung, jeder Mensch kann sich entsprechend seiner Fähigkeiten auf eine Tätigkeit spezialisieren. Erst damit ist Spezialisierung und eine Steigerung der Produktivität möglich.

Typen der Arbeitsteilung

  • Personale Arbeitsteilung: Ein Arbeitnehmer spezialisiert sich in einem Beruf und lernt z.B. Informatiker.
  • Innerbetriebliche Arbeitsteilung: Teilung der Arbeit innerhalb eines Betriebs in betriebliche Funktionen wie zum Beispiel Beschaffung, Fertigung, Absatz oder Personal.
  • Zwischenbetriebliche Arbeitsteilung: Ein Unternehmen kann beispielsweise nicht alle Einzelteile eines Produkts selbst erzeugen. Es kauft daher bei anderen Unternehmen die benötigten Güter ein.
  • Regionale Arbeitsteilung: Länder spezialisieren sich z.B. aufgrund des Klimas auf den Anbau bestimmter Pflanzen.

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Hierbei handelt es sich um ein Modell. Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung der Realität. Beim einfachen Wirtschaftskreislauf wird das Wirtschaftsleben auf zwei Teilnehmer reduziert:

  • Private Haushalte: haben Bedürfnisse, kaufen und verbrauchen → Nachfrage.
  • Unternehmen: befriedigen Bedürfnisse, produzieren und verkaufen → Angebot.

Es werden die wesentlichen Tauschvorgänge (mit Pfeilen dargestellt) als Geldströme (Einkommen und Konsumausgaben) und Güterstrome (Grund und Boden, Arbeit, Kapital, Ideen, Informationen, Produkte und Dienstleistungen) zwischen den beiden Teilnehmern gezeigt.
Mit diesem Modell kann man die einzelnen, bereits oben beschriebenen Prinzipien der wirtschaftlichen Arbeitsteilung sehr einfach darstellen.

Bildquelle: https://www.oebv.at/system/files/celum/388974_Wirtschaftskreislauf.pdf (28.06.2017)

In diesem stark vereinfachtem Modell stellen die Haushalte den Unternehmen die notwendigen Produktionsfaktoren (Arbeitskraft, Boden, Kapital, Ideen) zur Verfügung und geben umgekehrt ihr gesamtes Einkommen für Konsumgüter und Dienstleistungen der Unternehmen aus.

Die Unternehmen zahlen den Haushalten ein Einkommen für die Produktionsfaktoren und stellen den Haushalten die Konsumgüter sowie Dienstleistungen bereit.

Voraussetzungen für den einfachen Wirtschaftskreislauf

  • Es handelt sich um eine geschlossene Volkswirtschaft, d.h. kein Eingreifen des Auslands.
  • Es handelt sich um eine Volkswirtschaft ohne Wachstum.
  • Der Staat greift nicht ein (durch Steuern und Subventionen).
  • Einkommen = Ausgaben, d.h. es wird nicht gespart.

Beim erweiterten Wirtschaftskreislauf wird der Einfluss des Staates, des Sparens und des Auslands in das Modell mit einbezogen. Er entspricht mehr der Realität.

Bildquelle: https://www.oebv.at/system/files/celum/388974_Wirtschaftskreislauf.pdf (28.06.2017)

Schulbuch

Betriebswirtschaft HAK I (2015), SB-Nr.: 170464 | Manz Verlag Schulbuch

Sozialform

  • Frontalunterricht

Unterrichtstechniken

  • Vortrag

Materialien

  • Tafelbild (T)
  • Projektor (P)
  • Schulbuch (SB)

Übungsbeispiele

1. Entscheide, ob es sich um das Minimal- oder Maximalprinzip handelt

  1. Für die Montage einer Maschine sollen möglichst wenige Arbeitsstunden (Aufwand) anfallen.
  2. Auf seiner Ackerfläche möchte ein Bauer möglichst viel Weizen erzeugen.
  3. Tom möchte mit seinem PKW den Urlaubsort mit einem möglichst geringen Benzinverbrauch erreichen.
  4. Für ihre Produktion muss die Weiland GmbH eine vorgeschriebene Menge an Roheisen zu einem möglichst günstigen Preis einkaufen.
  5. Susanne tankt ihr Mofa voll und fährt damit am Wochenende ins Blaue. Sie plant so sparsam wie möglich zu fahren, um mit der Tankfüllung möglichst weit zu kommen.
  6. Die Domriegel GmbH hat für Werbung pro Quartal ein festes Budget zur Verfügung, die Geschäftsführung versucht damit möglichst viele Werbemaßnahmen zu realisieren.

2. Nenne für die verschiedenen Typen der Arbeitsteilung jeweils drei Beispiele

  • Personale Arbeitsteilung
  • Innerbetriebliche Arbeitsteilung
  • Zwischenbetriebliche Arbeitsteilung
  • Regionale Arbeitsteilung

3. Erstelle ein Beispiel, das den Konsum einer Ware darstellen soll

4. Beschreibe arbeitsteilige Marktversorgung mit Hilfe des einfachen Wirtschaftskreislaufs

Um die Beispiele mit Lösungen vergleichen zu können, muss man registriert und angemeldet sein!
Spoiler-Warnung! Versucht es zunächst einmal ohne Hilfe.

Schlagwörter: Angebot | arbeitsteilige Marktversorgung | Einfacher Wirtschaftskreislauf | Erweiterter Wirtschaftskreislauf | Konsum | Maximalprinzip | Minimalprinzip | Nachfrage | ökonomisches Prinzip